Renate Schmidt zum Thema Fracking

Als Direktkandidatin der MLPD im Wahlkreis Zollernalb-Sigmaringen nehme ich Stellung zu den Interviews/Berichten zum Thema Fracking von EU-Kommisar Günther Oettinger und Umweltminister Franz Untersteller.

 

Ich sage klipp und klar: Fracking muss gestopt und verboten werden und zwar weltweit. Fracking ist natürlich eine Chance, für die Energiekonzerne. Für die Bürger ist es ein Desaster. Fracking ist keine „Brückentechnoglogie“ auf dem Weg zu erneuerbaren Energien. Es bremst den Ausbau erneuerbarer Energien. Der bereits begonnene Umschlag in eine globale Klimakatastrophe wird beschleunigt wenn die Konzerne und Regierungen ihre Vorhaben umsetzen. Konzerne wie Exxon mobile sind gezwungen die Fördermöglichkeiten von den USA auf Europa und noch weiter auszudehnen. Kein Energieunternehmen verzichtet freiwillig auf Gewinne, um für den Bürger Kosten zu sparen. Die BASF-Tocher Wintershall verdient kräftig am giftigen Chemiecocktail. BASF macht die meisten Gewinne im Geschäft mit Öl und Gas.

Zurecht sagt Umweltminister Untersteller „Finger weg vom Fracking“. Das darf aber nicht nur für die Bodenseeregion gelten. Auch in dünn besiedelten Gegenden der USA wie North Dakota und vor allem in Pennsylvania wächst der Wiederstand gegen Fracking.

Es ist eine Illussion zu glauben man könnte Ökologie und kapitalistische Ökonomie vereinen. Wenn man sich leiten lässt vom kurzsichtigen Konkurrenzdenken, etwa der Baden-Württembergischen Industrie oder möglichst niedrigen Strom- und Gaspreisen in Europa dann landet man irgendwann bei der vermeintlich notwendigen Zustimmung zu Fracking. In der USA wurden die Bürger mit solchen Argumenten und den angeblichen „neuen Arbeitsplätzen“ betrogen. Arbeitsplätze müssen geschaffen werden und zwar im schnellstmöglichen Umstieg auf erneuerbare Energien, umweltfreundlicher Mobilität und vielem mehr etwa der Beseitigung der bereits eingetretenen Umweltschäden. Ich setze mich daher als Mitinitiatorin auch für den Aufbau einer Umweltgewerkschaft ein, weil die Arbeiter- und Umweltbewegung zusammen kommen muss.

Das „green fracking“ für das Bundesumweltminister Altmeier plädiert ist pure Augenwischerei. Da die Wege für die Gasentweichung, (enge Risse im Gestein) dauerhaft von Bakterien freigehalten werden müssen, ist der Einsatz von hochgiftiger Chemie notwendig. Verwendet wird auf jeden Fall Benzol. Auch EU-KKommissar Öttinger bleibt den Beweis für die These vom ungiftigen Chemiecockteil schuldig. Das ist keine Frage der Seriösität von deutschen Ingenieuren, sondern ein physikalisch, chemischer Prozeß. Um Bakterien aus den feinen Adern auf Dauer fernzuhalten braucht es aggressive Vernichter. Es gibt weitere driftige Gründe gegen Fracking: Neben Trinkwasser auch Krebsbelastung infolge Feinstäuben beim Quarzsand. Es ist eine riesige Wasservergeudung. Wenn außerhalb von Trinkwasserreservoiren gefrackt wird, ist das Wasser auch gefährdert, da Wasser die Eigenschaft hat zu fließen....Zerstörte Landschaften, kranke Menschen (Nervengifte erzeugen Nervenkrankheiten), totes Vieh. Straßenbau, Verkehr, 1000 Lastwagenfahrten sind pro Bohrloch notwendig! Erdbeben in Großbritannien und Polen, kaputte Häuder mit Rissen im Münsterland. Da die Beweislast beim Geschädigten liegt, juckt das die Unternehmen gar nicht.

Es ist der Initiative von Bürgerinitiativen zu verdanken, dass über die Gefahren verstärkt in der Öffentlichkeit dsuskutiert wird. Z.B. die Initiative NO Fracking in Baden Württemberg des BUND Pfullendorf, Ravensburg, Sigmaringen. Viele Städte / Gemeinderäte aus unserem Wahlkreis z.B. Sigmaringen, Krauchenwies und Ostrach haben sich gegen Fracking ausgesprochen. Ebenso der Verband der Milchbauern und die Landesärztekammer Baden-Württemberg. Gut, das ZUG-Albstadt bei einer Infoveranstaltung einen Vorschlag für eine Resolution gegen Fracking veröffentlicht- und sich an alle Gemeinderatsmitglieder gewandt hat. Die MLPD wird das Thema Fracking nicht wie Angela Merkel und Herr Bareiß auf nach den Wahlen verschieben sondern z.B. am 31.August beim bundesweiten Aktionstag gegen Fracking mit den Bürgerinnen und Bürgern diskutieren.

 

Renate Schmidt