Leserbrief von Renate Schmidt: Fukushima und kein Ende

Leserbrief - vom 26.8.2013 Jeden Tag strömen aus dem AKW Fukushima 300 Tonnen hochradioaktiv verseuchtes Wasser ins Meer. Die Radioaktivität wird durch Meeresströmungen, verseuchte Meeresfauna und -flora über die ganze Welt verbreitet.

 

Weltweit sind über 400 solcher atomarer Zeitbomben in Betrieb. In Albstadt und Balingen unterschrieben 400 Menschen das „Manifest zum Gedenken an das Desaster von Fukushima und für die Beendigung der Nutzung von Atomenergie“, bundesweit 31 102 . Diese Aktion wurde von ICOR und ILPS (revolutionäre Weltorganisationen) weltweit durchgeführt. Die sofortige Stilllegung aller Atomkraftwerke kann nur international gemeinsam erkämpft werden. Merkels „Energiewende“ war ein Zugeständnis an die Umweltbewegung, war aber nie ernst gemeint. So dürfen die deutschen Kohlekraftwerke im Jahr 2012 sogar 4 Prozent mehr CO2 als im Vorjahr ausstoßen. RWE und E.on kündigen den Bau einer ganzen Serie von Kohlekraftwerken in anderen Ländern an. Die Klimakatastrophe ist ihnen völlig egal, Hauptsache die Rendite stimmt. EU-Energiekommissar Günther Oettinger (CDU) fordert Atomstrom europaweit wieder auszubauen und das staatlich zu subventionieren. Er spricht sich auch für Gas-Fracking aus. Da freut sich die Chemie- und Gasindustrie. In Brüssel wird schon fleißig an neuen Subventionsverfahren für AKW und an Bauplänen für neue Kohlekraftwerke gearbeitet. Vor der Wahl wird das natürlich nicht an die große Glocke gehängt. Stattdessen heuchelt man Sorge um die steigenden Strompreise für die Massen. Für die sind aber nicht die erneuerbaren Energien verantwortlich, sondern die Profite der Energiemonopole und die Entlastung der energiefressenden Großindustrie. Die kapitalistische Produktionsweise und der Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen der Menschheit passen einfach nicht mehr zusammen. Die Diktatur der Monopole verhindert eine wirkliche Energiewende.

 

Renate Schmidt