Leserbrief zum Thema LEA Ellwangen

An Zollernalb Kurier Albstadt, den 23. Mai 2018,

Leider glauben noch zu viele Menschen der öffentlichen Berichterstattung über die Vorgänge in der LEA Ellwangen. Die Flüchtlinge werden als kriminell und gewalttätig dargestellt. Auf dem Rebellischen Musikfestival an Pfingsten in Thüringen welches aus Solidarität Flüchtlinge aus Ellwangen eingeladen hatte, sah und hörte ich selbst den Auftritt der Delegation von ca. 20 afrikanischen Flüchtlingen: Ja, sie hätten organisiert die Abschiebung eines Flüchtlings verhindert, aber keinerlei Gewalt gegen Polizei und auch nicht gegen die Security angewandt. Später hätten 600 Polizisten die Einrichtung gestürmt. Die Menschen hatten solche Panik, dass sie aus dem Fenster gesprungen seien und einige sich Hände oder ein Bein gebrochen haben. Wenn sie nach Italien zurück geschickt werden, müßten sie auf der Straße leben, die Frauen seien dann zur Prostitution gezwungen, die Männer zum Drogenhandel. Das wollten sie nicht. Die Polizei hätte dann eine Pressekonferenz gemacht und die Lüge von den gewalttätigen Flüchtlingen verbreitet. Daraufhin machten sie eine eigene Pressekonferenz. Ihre Botschaft war: „Stoppt die Abschiebungen, wir sind Flüchtlinge, keine Kriminellen, behandelt uns wie Menschen.“ Ein Sprecher der Delegation stammt aus Kamerun und hat dort schon an Protesten gegen die Diktatur teilgenommen. Er sagte: „Wir wollen ein Teil von euch hier in Deutschland sein. Wir sollten gemeinsam kämpfen, wir müssen den Kapitalismus bekämpfen, damit wir eine Gesellschaft bekommen, in der wir alle glücklich sein können.“ Die Große Koalition hat mit Horst Seehofer die Hetze und Unterdrückung gegen Flüchtlinge forciert und setzt damit Programmpunkte der AfD um. Der Medienhype um das Bremer BAMF suggeriert, Deutschland würde von unberechtigten Asylbewerbern überrollt, genauso wie der CSU-Begriff von der angeblichen „Abschiebeverhinderungsindustrie“. Mit dieser Methode: Spalte und herrsche, soll vom gemeinsamen Widerstand gegen den Rechtsruck der Regierung abgelenkt werden.

 

Renate Schmidt

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