Stellungnahme der MLPD Zollernalb

Zum Fachforum „Energiewende & Energiepoltik“ in Balingen am 20. September und den verheerenden Thesen, die dort verbreitet wurden.
Stellungnahme der MLPD Zollernalb

Bernhard Schmidt Kreisvoritzender der MLPD

 

Die Energiewende wird auf jeden Fall scheitern, wenn wir auf solche vermeindlichen Experten hören, wie sie dort zu Wort kamen. Im Interesse im der Energie-, Öl/Gas- und Automonopolen verbreiten sie: Nur weiter so mit der Verbrennung fossiler Energieträger, mit Fracking und Atomkraft als sogenannte Brückentechnolgien.

Letzte Woche wurde darüber und die Sichtweise von Albstadts OB Jürgen Gneveckow in der Presse ausführlich berichtet. Ich möchte darum genauer auf dieses Forum eingehen:

 Scheinbar kritisierten sie die Bundesregierung, in Wirklichkeit aber bereiten sie genau deren Rollback-Strategie gegen die Energiewende den Weg. Zuerst wird behauptet es sei fraglich, ob die Klimaerwärmung menschengemacht sei. Ihr Trick: hier werden die kurzzeitigen Schwankungen die es in der Klimakurve immer gibt isoliert heraus gezogen, um damit die rasante Erwärmung der letzten Jahrzehnte und den Gesamttrend zu verdecken. Der Zusammenhang von Erwärmung und klimaschädlicher Gase ist erwiesen.

Dann wurde das Umweltbewußtsein der Menschen diffamiert: „Der Glaube an den Erfolg der erneuerbaren Energien ist für die Menschen quasi eine religiöse Ersatzhandlung, sie wollen die Welt retten und gleichzeitig ihr Gewissen beruhigen.“ „Panikmache, Orakel-Gekrakel, Lust am Untergang“ - so werden alle beschimpft, die sich um die Umwelt sorgen und Photovoltaik aufs Dach machen. Was für eine Arroganz und Ignoranz.

Dann die Spaltung: „Duisburger Mieter finanzieren Freiburger Architekten“. Mit dem EEG werden aber vor allem die Profite der Energiemonopole garantiert und die Großindustrie durch die Befreiung von der EEG-Umlage entlastet. Die EEG-Umlage wird von Haushalten und Kleingewerbe bezahlt. Dagegen werden 2014 fast 2400 Großbetriebe befreit.

Schließlich die Keule: die Energiewende koste Arbeitsplätze und sei zu teuer. Die hochdotierten Professoren entdecken ihr Herz für die Armen und sozial Schwachen, die die teure Energie nicht mehr bezahlen können. Dass die Energiewende und der Umweltschutz sinnvolle Arbeitsplätze schaffen könnte – auf diese Idee kommen die Herren nicht. Dass die zunehmenden Unwetterkatastrophen weltweit Millionen Menschen ins soziale Elend stürzen ignorieren sie.

Die Redner dieses Forums deren Thesen sich OB Genevekow in eigenen Publikationen anschließt waren:

Professor Popp: Unter Kohl im Wissenschafts- und später Umweltministerium und unter anderem Vortandsvorsitzender des Kernforschungszentrums Karlsruhe. Er behauptete ernsthaft Technik und Natur wären nicht vereinbar.

Professor Ganteför, der auch viele Bücher zum Thema geschrieben hat, ist ein Vertreter der „Klimakontrolle“ nach der die Einheit von Mensch und Natur gar nicht grundlegend zerstört werden könne, weil der naturwissenschaftliche Fortschritt im Kapitalismus immer eine rettende Lösung bereithalte. Entsprechend riet er, erneuerbare Energien nicht weiter zu fördern weil sie sowieso Chancenlos seien und stattdessen auf Techniken zur Kühlung zu setzen.

Dr. Marco Wehr schreibt für viele Magazine und vertritt in seinem Buch „die Komplexitätsfalle“, dass Klimaprognosen grundsätzlich nicht seriös seien. Entsprechend vertrat er typische positivistische Ohnmachtsbehauptungen. Nach dem Motto, der Mensch könne die universelle Wirklichkeit nicht erkennen und sie auch nicht schöpferisch gestalten.

Roland Tichy, jetzt Vorsitzender der Ludwig-Erhardt-Stiftung der CDU und früher unter anderem für Daimler-Benz und die Johanna Quandt Stiftung (BMW) tätig, betätigte sich als vehementer Gegner der erneuerbaren Energien und aggressiver Verfechter der Kernenergie.

Natürlich war die Veranstaltung (von Landkreis und Stadt Albstadt) umsonst incl. Verpflegung. Wir werden noch herausbekommen was diese Propaganda-Inszenierung uns Steuerzahler gekostet hat.

Von allen kamen so tolle Argumente wie „was in Deutschland passiert fällt ohnehin nicht ins Gewicht“, „Erneuerbare Energien sind zu teuer, der Umstieg geht zu schnell“, „Die Bedürfnisse der Menschen und der Natur wären nicht vereinbar und ähnliche.

Ernsthaft machte ein Redner die Umweltbewegung für die Rodung der Urwälder zur Herstellung von „Biosprit“ verantwortlich. Selbstverständlich kam niemand auf die Idee die kapitalistische Profitwirtschaft, die Gesellschaftsordnung, in Frage zu stellen, die in eine globale Umweltkatastrophe führt.

Mehr denn je ist weltweiter aktiver Widerstand gegen die drohende globale Umweltkatastrophe notwendig.

Die Ersetzung fossiler Brennstoffe durch regenerative Energien muss schneller gehen!

Senkung der Treibhausgas-Emissionen um 70-90 Prozent bis zum Jahr 2030 – das ist technisch möglich.

Kampf dem zerstörerischen Abbau von Rohstoffen. Verbot von Tiefseebohrungen und Fracking!

Weltweite Stilllegung aller Atomkraftanlagen!

Von mir wurde bei dem Forum das Buch von Stefan Engel:

Katastrophenalarm! Was tun gegen die mutwillige Zerstörung der Einheit von Mensch und Natur? angeboten. Bei einigen Besuchern traf es auf Interesse.

 

 

 

 

 

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