Leserbrief an Regionalpresse zum Thema Fracking

Zu den Artikeln über den Gesetzentwurf zum Gas-Fracking vom 02.04.2015 Ich teile die Kritik von Umweltschutz-Verbänden und Kommentatoren am Gesetzentwurf von Umweltministerin Barbara Hendricks zum Gas Fracking. Es sind nicht nur Ängste in Deutschland in Folge des Dokumentarfilms „Gasland“, die die öffentliche Meinung beeinflussen. Weltweit gibt es hartnäckigen Widerstand gegen Fracking, besonders auch in den USA wo in Folge des Protests mehrere Bundesstaaten Fracking verboten haben. So gab es auch Demonstrationen oder Blockaden gegen Fracking in Polen, Algerien und Großbritanien.

 

Der Gesetzesentwurf zeigt, dass die Bundesregierung sich als Geschäftsführerin der herrschenden Monopole betätigt. Dazu wird die Bevölkerung beruhigt und an der Nase herum geführt. Das Argument von Frau Henrdricks „der Gesetzentwurf wäre besser als die bisherige Gesetzeslage, die im Grunde alles erlaubt“, soll dazu dienen faule Kompromisse zu schlucken.

Fracking bedeutet eine Zerstörung der teilweise nur zehn Kilometer dicken Erdkruste in Tiefen bis zu 6 Kilometer, wie sie die Geschichte der Menschheit bisher nicht kannte. Fracking funktioniert nur, wenn dabei riesige Mengen mit Giften belastete Flüssigkeiten in den Boden gedrückt werden. Das stellt ein enormes Gefahrenpotential für die Lithosphäre und die Hydrosphäre dar. Zudem schädigt die Verbrennung von Schiefergas das Klima sogar noch mehr als die Verbrennung konventionellen Erdgases. Fracking wird damit zu einem zusätzlichen Faktor der Erderwärmung und der drohenden Klimakatstrophe. Ein weltweites Verbot von Fracking ist notwendig!

Die europaweit beschleunigten Zechenstilllegungen im Kohlebergbau soll dort Fracking ermöglichen. Die Bergarbeiterbewegung setzt sich ein für eine sinnvolle Nutzung der Kohle (statt sie klimaschädlich zu verbrennen), für ihre Arbeitsplätze und gegen Fracking. Arbeiterbewegung und Umweltbewegung müssen gemeinsam kämpfen. Das ist auch der Grundgedanke der neuen Umweltgewerkschaft, die einen Schwerpunkt auf den Kampf gegen Fracking legt.

Ich mache mir keine Illusionen: Die Hauptakteure des Fracking zählen zum internationalen Finanzkapital. Sie zerstören mutwillig die Einheit von Mensch und Natur. Die Umwelt vor der Profitwirtschaft zu retten, erfordert einen revolutionären, gesellschaftsverändernden Kampf.

Der notwendige Paradigmenwechsel in einer sozialistischen Gesellschaft ermöglicht die Befreiung des wissenschaftlich-technischen und kulturellen Fortschritts von der Knebelung durch die Profitinteressen des Kapitals und eine globale Kreislaufwirtschaft auf Basis erneuerbarer Energien und recycelter Rohstoffe.

 

 

Mit freundlichen Grüßen

Bernhard Schmidt