Leserbrief aus Zollern-Alb-Kurier vom 29.12. zur Solidarität mit den Kurden

Der kurdische Kampf für Freiheit und Demokratie verdient unsere Unterstützung  Alle demokratisch gesinnten Menschen sollten ihre Stimme erheben gegen die brutale Aggression der türkischen Streitkräfte gegen die kurdische Bevölkerung im Südosten der Türkei.

Seit Wochen geht das NATO-Mitglied Türkei mit annähernd 100 000 Soldaten gegen die Kurden vor. Der Hintergrund ist, dass die Kurden in Syrien mit wachsendem Erfolg den IS bekämpfen. Letzte Woch ist dies in den Zeitungen nochmals dokumentiert worden. Die PKK im Irak und in Syrien deren Schwesterorganisationen sind diejenigen, die am erfolgreichsten den IS bekämpfen.

So flüchteten aus dem Kanton Kobane Hunderttausende vor dem Angriff des IS. Nach der Befreiung der Stadt im Januar haben die kurdischen Volksverteidigungseinheiten und Frauenverteidigungseinheiten inzwischen auch fast alle Dörfer des Kantons zurückerobert. 170 000 Menschen sind bisher in die Region zurückgekehrt und haben begonnen, ihre zerstörte Heimat wieder aufzubauen.

Erdogan aber will mit aller Macht verhindern, dass die Kurden in der Türkei dem positiven Beipiel der Kurden in Syrien (Rojava) folgen und demokratische Strukturen aufbauen, Frauenrechte festschreiben usw.

Die türkische Regierung und ihr Geheimdienst waren es auch, die direkt oder indirekt den IS unterstütz haben und in Terroranschläge gegen die Kurden in Suruc und Ankara zumindest involviert waren. Der türkische Staat verbreitet Angst und Schrecken.

Es ist empörend, dass die Bundesregierung nichts gegen diesen Staatsterror unternimmt und weiterhin am Verbot der PKK festhält. Kein Wort der Kritik oder des Mitleids mit den Opfern.

Stattdessen bekommt die türkische Regierung Milliarden von Euro, um sich von den Flüchtlingen quasi frei zu kaufen.

Statt wie behauptet Fluchtursachen zu bekämpfen, werden weitere Fluchtursachen geschaffen. Die Türkei verhindert auch nach wie vor, dass der Aufbau in Rojava weiter gehen kann, lässt weder die Menschen noch Baumaterial, Lebensmittel oder Treibstoff über die Grenze und versucht so, die Bevölkerung auszuhungern.

Nicht einmal dazu ein Wort durch die Bundesregierung. Der kurdische Kampf für Freiheit und Demokratie verdient unsere Unterstützung.

Bernhard Schmidt
Schalksburgstraße 212
Ebingen 

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