Leserbrief zum Thema: Krieg in Gaza

Der Bombenterror auf Gaza muss aufhören (Leserbrief erschienen im Schwarzwaelder Bote)

 

Die Menschen im dicht besiedelten Freiluftgefängniss Gaza haben keine Chance den grenzenlos überlegenen Militärschlägen der israelischen Armee zu entkommen. Bis heute über 1000 Tote und 350 000 sind auf der Flucht – aber wohin? Die israelischen Opfer tun mir genauso leid, aber das Zahlenverhältnis der Opfer gibt doch zu denken. Die Begründung, Israel müsse sich verteidigen, stellt die Dinge auf den Kopf. Israel hat seit Jahrzehnten den Großteil Palästinas besetzt und drangsaliert, ermordet, enteignet und vertreibt die palästinensische Bevölkerung. Seit 1967 hat Israel nach Schätzungen der UNO mehr als 700 000 Palästinenser verhaftet. Gegenwärtig sind 5000 Palästinenser inhaftiert. Die Restgebiete Palästinas sind durch Mauern zerstückelt und ihre Wirtschaft durch Blockaden erdrückt. Es war die israelische Regierung, welche die Friedensgespräche verlassen und sabotiert hat, indem es die Ausweitung illegaler zionistischer Siedlungen auf palästinensischem Gebiet wieder aufnahm. Ebenso stoppte Israel die zugesagte Freilassung palästinensischer Gefangener und verweigerte jede Verhandlung mit der palästinensischen Regierung. Es scheint, als ob die Ermordung der drei israelischen Jugendlichen und der Raketenbeschuss auf Israel nur ein willkommener Vorwand sind, um den Widerstand des palästinensischen Volkes brutal zu brechen. Dieser ist eben nicht nur die Hamas, sondern umfasst traditionell fortschrittliche und revolutionäre Organisationen, zum Beispiel die Volksfront zur Befreiung Palästinas (PFLP). Auch in Israel gibt es Demonstrationen gegen diesen völkerrechtswidrigen Krieg. Die Friedensaktivisten meinen: „Juden und Araber weigern sich, Feinde zu sein. Nein zum Faschismus.“

In Europa wird jede Kritik an der aggressiven israelischen Regierung als Antisemitismus diffamiert. Doch wer wirklich gegen Rassismus, Antisemitismus und Faschismus ist und die Lehren aus dem Holocaust zieht, der sollte grundsätzlich gegen Unterdrückung, für Völkerfreundschaft und für den gerechten Freiheitskampf der Völker eintreten. Wenn jetzt Merkel, Gabriel und Gauck sich als Vorkämpfer gegen den Antisemitismus aufspielen, dann frage ich sie, warum sie nicht schon längst alle Nazi-Parteien und Nazi-Organisationen (deren Programm u.a. Antisemitismus ist) verbieten, wie das wir Antifaschisten seit Jahrzehnten fordern. Stattdessen bedienen unsere Regierungspolitiker das antikommunistische Muster: „rechts ist gleich links“ und rechtfertigen mit diesem Unsinn, keinen Mucks gegen den grausamen Krieg des israelischen Regimes zu machen. Klar, man will ja weiterhin deutsche Waffen an Israel liefern und sich auch nicht mit der US-Regierung anlegen.

 

Renate Schmidt