Leserbrief zum Tag der Bundeswehr am 11.6.

Die MLPD Zollernalb beteiligt sich an den Informationsständen der Friedensbewegung unter dem Motto: "Kein Tag der Bundeswehr"

Am Tag der Bundeswehr in Stetten a.k.M. zeigt die Friedenbewegung Flagge gegen diese Werbeveranstaltung. Das Bündnis „KEIN Tag der Bundeswehr“ klärt mit Informationsständen auf: Unter anderem über „Auslandseinsätze der Bundeswehr“, „Rüstungsexporte- und Rüstungsindustrie“, „Kriegsdienstverweigerung von Soldaten und Reservisten“, „Rekrutierung – Werbung an Schulen“.

Die Bundeswehr stellt sich als Segen der Menschheit dar. In Wirklichkeit wird mit der neuen NATO-Strategie eine aggressive, ostwärts gerichtete Kriegsvorbereitung eng an den Profit- und Machtinteressen der EU und der BRD ausgerichtet. Waffenexporte gehen an die schlimmsten Regimes wie Saudi-Arabien. Auslandseinsätze hinterlassen Chaos und zerfallende Staaten wie im Irak und in Afghanistan.

Die Bundesregierung dealt mit Erdogan, um sich die Flüchtlinge vom Leib zu halten. Kein Wort der Kritik an der Bombardierung kurdischer Städte, an der Unterdrückung jeglicher Oppostion durch den NATO-Partner Türkei. Deutsche AWACS-Aufklärungsflugzeuge in der Türkei liefern nicht nur Bilder von Stellungen des IS, sondern vermutlich auch von kurdischen Freiheitskämpfern an die türkischen Generäle. Der Krieg in Syrien hört nicht auf, weil alte und neue imperialistische Mächte um Einflussgebiete kämpfen. Das internationale Finanzkapital vernichtet die Lebensgrundlagen von Millionen Menschen durch Umweltzerstörung, Landgrabbing, Überfischung der Meere. u.v.m. Es zettelt Kriege an und liefert gleich die Waffen dazu. Diese werden dann auch gegen die rebellierenden Menschen und Revolutionäre eingesetzt. Und wenn die Menschen fliehen, läßt man sie im Mittelmeer ersaufen, werden sie von Stacheldrahtzäunen und Kriegsschiffen aufgehalten. Die deutsche Marine hat die Führung beim NATO-Einsatz gegen Flüchtlinge in der Ägäis.

Dass die Bundeswehr den Sprengplatz im Spitalwäldle auch noch als Umweltschutz hinstellt ist der Gipfel der Heuchelei. Ich bin gegen die Militarisierung von Staat und Gesellschaft und die Bundeswehr ist kein Ausweg für die Jugend. Deutsche Truppen haben im Ausland nichts verloren. Das Selbstbestimmungsrecht der Völker und Nationen gilt es zu respektieren. Mit der Losung „Mach was wirklich zählt!“ ködert die Bundeswehr Jugendliche. An 16 Standorten in Deutschland führt die Bundeswehr zum zweiten mal solche Militärspektakel durch. Was zählt ist, hinter die Kulissen zu schauen und für eine bessere Weltordnung einzutreten.

 

 

Bernhard Schmidt