Leserbrief von Thomas Voelter zum Erhalt des Krankenhauses in Albstadt

Dokumentiert aus Zollern-Alb-Kurier vom 9.1.2016

Widerstand muss stärker werden

 

Mit keinem Wort erwähnt Landrat Pauli die uns unter den Nägeln brennende Krankenhausfrage in seiner Neujahrsansprache. Das lässt Böses vermuten.

An die 25 000 Unterschriften, Plakate, Postkartenaktionen, Marktstände, Leserbriefe, Anzeigen im ZAK, sind gute Schritte der Bürgerinitiative „Pro Krankenhaus Albstadt“. Aber sie werden nicht reichen, unser Krankenhaus zu erhalten. Die ursprünglich geplante Protestversammlung in der Festhalle Ebingen wurde ebenso wie andere öffentliche Protestaktionen der Albstädter hinausgeschoben oder gar aufgegeben. Das ist keineswegs gut. Ohne eine erhebliche Verstärkung des aktiven Volkswiderstandes wird diese Sache aber nicht klappen.

Das vom Bundestag kürzlich beschlossene Krankenhausstrukturgesetz, der Landeskrankenhausplan, die vehementen Forderungen des Gesamtverbandes der Krankenkassen noch Abbau angeblicher „Überkapazitäten an Krankenhausbetten“ sind geradezu Irrwegbereiter für einen Rückbau unseres Krankenhauses. Das Hoffen auf ein „Einsehen“ des Kreistages ist trügerisch, wie die Erfahrungen bei der Schließung des Hechinger Krankenhauses zeigen. Überhaupt meine ich: Diesen „Volksvertretern“ im Kreistag ist das Recht abzusprechen, über diese wesentliche Frage zu entscheiden. Das muss allerdings sichtbar durch öffentlichkeitswirksame Aktionen der Bevölkerung zum Ausdruck kommen.

Beim Neujahrsempfang des Landrates am 11. Januar, 17 Uhr, Stadthalle Balingen, besteht erste Gelegenheit dazu. Anderenfalls werden unsere Interessen an einer wohnortnahen modernen Krankenhausversorgung auf dem Altar der „Kostenoptimierung“ mit der Begleitmusik von „Sachzwängen“ und „Synergieeffekten durch Zentralisierung“ geopfert.

Thomas Voelter 
Arzt für Allgemeinmedizin
Wasenstraße 4, Tailfingen