Leserbrief von Renate Schmidt und Thomas Voelter zur letzten Gemeinderatssitzung

Zum Glück hat unsere Jugend solche Lehrer wie Elmar Maute, der weiß gegen oder für was Montagsdemonstrationen erlaubt sind und gegen/für was nicht.

Die Leipziger Montagsdemonstrationen gegen das „Unrechtsregime“ DDR seien berechtigt gewesen, Widerstand gegen Beschlüsse des Gemeinderats wie zur KV-Leitung in Laufen, dürfe man damit aber keinesfalls in Verbindung bringen. Warum eigentlich nicht? .

 Die gemeinsame Losung aller Montagsdemonstrationen „Wir sind das Volk“ richtet sich gegen die jeweils herrschende Politik und regierenden Politiker – gegen die Stasi-Diktatur in der DDR 1989, heute gegen S 21, gegen Hartz IV, gegen den Ausbau von Flughäfen und steigendem Fluglärm in Frankfurt, Berlin, München und Leipzig. Nach Fukushima gab es Montagsdemos gegen AKWs und für erneuerbare Energien. In vielen Ländern gibt es inzwischen Montagsdemonstrationen – laut Elmar Maute haben aber nur Kämpfe gegen das Honnecker-Regime Berechtigung. Dies aber hatte mit dem Marxismus-Lenismus gar nichts zu tun. Und heute rebellieren die Völker auf der ganzen Welt täglich gegen unhaltbare kapitalistische Zustände

Zufall, dass immer dann die Keule des Antikommunismus kommt, wenn bestimmte Politiker in die Kritik geraten wie jetzt in Sachen KV-Leitung? Über die MLPD wird dann hergezogen, ohne eine Ahnung von deren Programm, Analysen, Politik und Ziele zu haben. Warum weiß Herr Maute nicht, dass die MLPD gerade aus der grundsätzlichen Kritik an der Stasi-Diktatur und dem Verrat am Sozialismus in der Sowjetunion und der DDR entstanden ist? Warum weiß er nicht, dass wir die demokratische Volksbewegung in der DDR begrüßt haben und die Verwandlung des Sozialismus in eine mit roten Phrasen getarnte bürokratisch-kapitalistische Gesellschaft analysiert und daraus Lehren für den echten Sozialismus gezogen haben? Warum interessiert ihn nicht die Schlußfolgerung vom Kampf um die Denkweise der entscheidend ist zum Erhalt des echten Sozialismus? Warum weiß Herr Maute nicht, dass es unserer Politik widerspricht sogenannte „U-Boote“ zu haben, wie das überparteiliche kommunale Bündnis ZUG-Albstadt oft diffamiert wird, nur weil auch wir darin mitarbeiten? Genau das ist die Aufgabe des modernen Antikommunismus: Immer wenn die Menschen nicht alles schlucken was von oben kommt, sich wehren und die etablierten Politiker oder gar die Macht des Finanzkapitals in Frage stellen, immer dann kommt die Drohung: Kommunismus sei noch viel schlimmer, also gebt euch gefälligst mit dem Status Quo zufrieden. Von einem Lehrer könnte man allerdings erwarten, dass er sich mit Inhalten und Argumenten sachlich auseinandersetzt, statt mit Unwahrheiten und Vorurteilen um sich zu werfen.

 

Renate Schmidt und Thomas Voelter