Leserbrief vom 09.06.: humanitärer Korridor nach Kobane / Rojava

Seit Monaten wird auch in Albstadt und Balingen die Solidarität mit dem kurdischen Freiheitskampf in Kobane / Rojava (Syrien) organisiert. Wir haben informiert und aufgeklärt, Geld, Werkzeug und Medizinische Geräte gesammelt und übergeben. Jetzt wollen sogar drei Jugendliche aus der Region als Brigadisten beim Wiederaufbau der Stadt Kobane helfen.

 Das konkrete Projekt ist der Aufbau eines Gesundheitszentrums – dafür haben sich weltweit schon 130 Brigadisten gemeldet- die meisten aus Deutschland. Im Januar hatten die kurdischen Volksverteidigungs- (YPG) und Frauenverteidigungseinheiten (YPJ) gesiegt über die faschistischen Terrormilizen des „Islamischen Staats“ (IS). Rojava steht für den heute fortgeschrittensten Kampf für Freiheit und Demokratie. Die demokratische Selbstverwaltung fördert das friedliche Zusammenleben aller Volksgruppen und Religionen. Rojava ist ein Vorreiter für Frauenrechte, fördert den Umweltschutz und die Lösung der sozialen Probleme. Die Flüchtlinge wollen zurückkehren und ihre Stadt Kobane (sie ist zu 80 % zerstört) und ihre Dörfer wieder aufbauen. Doch Rojava ist eingekesselt – auf 3 Seiten von den IS-Faschisten und auf der 4. Seite macht die türkische Regierung ihre Grenze dicht. Der Wiederaufbau von Kobane braucht deshalb dringend einen humanitären Korridor. Nur von der Türkei aus können Hilfslieferungen, Baumaterial und Helfer in die Stadt gelangen. Deshalb fordert eine Petition „Öffnet die Grenze – Kobane muss leben“.

Nach dem internationalen humanitären Völkerrecht haben alle Menschen das Recht auf humanitäre Hilfe und Schutz. Und umgekehrt haben alle Menschen das Recht, Hilfe und Schutz zu geben. Doch die Erdogan-Regierung verweigert das. Sie will mit der Schließung der Grenze Rojava regelrecht aushungern. Und was macht unsere Kanzlerin, die landauf landab von Menschenrechten faselt? Sie schweigt! Ohne Widerspruch darf das Natomitglied Türkei mit der Sperrung der Grenze humanitäres Völkerrecht und die Genfer Konvention brechen. Die Durchsetzung eines humanitären Korridors ist entscheidend um den Menschen zu helfen die zeigen: Man kann den IS-Terror besiegen, es gibt eine revolutionäre Alternative der Menschlichkeit, Freiheit und Demokratie.

 

Renate Schmidt

Schalksburgstraße 212

72458 Albstadt