Die Umweltgruppe der MLPD Zollernalb nimmt Stellung August 2016

Holcim/Lafarge : Spitzenreiter bei der Zementherstellung auf Kosten von Natur und Gesundheit

Offensichtlich kennen die großen Monopole der Welt, zu denen Holcim/Lafarge als Weltmarktführer in der Zementherstellung gehört, keine Skrupel. Rücksichtslos plündern sie den Plettenberg aus als wäre der Berg ihr Privatbesitz. Ausbeutung der Arbeiter und der Naturschätze -

so macht man heute Maximalprofit. Ein Witz, was sie pro Tonne Kalkstein den umliegenden Gemeinden zahlen, und keine Gewerbesteuer, denn man ist ja ein Schweizer Konzern.

Auf die Warnung vor Hangrutschen und dem Zusammenbruch des ganzen Berges bei weiterer 

Aushöhlung antwortet Holcim lapidar: Ein Steilhang sei sicherer als ein Flachhang.

Damit nicht genug. Mit gigantischer Luftvergiftung verdient man noch extra dazu. Wie das?

Die Zementherstellung erfordert große Öfen und Hitze. Statt herkömmliche Brennstoffe wie Kohle zu kaufen, kassiert man dadurch, dass man Müll verbrennt. Dieser kommt z.B. von der Albstädter Firma Korn. Das nennt man dann „Ersatzbrennstoff“. Klingt harmlos, ist aber: Autoreifen, Dachpappen, Trockenschlämme, PCB-belastete Altöle, Kunststoffe. Beim Verbrennen entweichen hochgiftige Stoffe wie Schwermetalle, Dioxin und Furane. Das sind neurotoxische Umweltgifte, die wesentlich zu physischen und psychischen Erkrankungen beitragen. Die WHO geht davon aus, dass sich die Lebenszeit verkürzt aufgrund zunehmender Schadstoffe in der Luft.

Alles entweicht nahezu ungefiltert, da mehrstufige Filteranlagen wie bei Müllverbrennungsanlagen üblich, in Zementwerken fehlen. Müllverbrennungsanlagen sind an sich schon Giftschleudern, Müll verbrennende Zementwerke jedoch haben noch weniger Umweltauflagen. Jetzt beantragt Holcim die Müllverbrennung auf 100% zu steigern, das wären mehrere Hunderttausend Tonnen im Jahr. Darüber hinaus wird in Wirbelschichtöfen tonnenweise Schiefer verbrannt, was vergleichbar ist mit der Verbrennung von Schweröl bei Schiffen. So wird die Luft vergiftet und auch das Produkt Zement, besonders gefährlich für die Arbeiter bei Holcim und Straßen- und Bauarbeiter.

Umweltschutz a la Holcim: Erhöhung der Schornsteine.

Anhand schmutziger Deals mit Gutachten, Lokalpolitikern, Landratsamt, Umweltbehörde und Regierungspräsidium wird die Diktatur der Monopole sichtbar.

Basiert deren Machtstellung doch gerade darauf, dass sie sich die Nationalstaaten untergeordnet und sich mit deren Organen verschmolzen haben.

 

Geschäfte mit dem IS:

Wie n-tv, Handelsblatt und andere Zeitungen vor kurzem vermeldeten, zahlte der französisch- schweizerische Zementriese Lafarge 2013 und 2014 Steuern an die Terrormilizen des IS für Treibstoff und Abgaben für seine Lastwagen an Kontrollstellen. Er hielt damit eine Fabrik in Jalabiyeh nahe Aleppo/Syrien am Laufen. Schließlich wurde von diesem Standort in Syrien ein Drittel des dortigen Marktes beliefert.

Erst im September 2014 wurde das Werk geschlossen und die Beschäftigten evakuiert.

Die Konzernleitung begründet die Zahlungen an den IS mit dem Schutz und der Sicherheit ihrer Mitarbeiter. Tatsächlich hat sie diese fast zwei Jahre lang einer besonderen Gefährdung ausgesetzt und die furchtbaren Verbrechen der faschistischen Söldnertruppe mit finanziert.

 

Wem gehört eigentlich der Planet Erde?

Demjenigen, der sich so verhält als gehöre ihm die Erde, gehört sie noch lange nicht.

Schon Kark Marx weist darauf hin, daß „selbst eine ganze Gesellschaft, eine Nation, ja alle gleichzeitigen Gesellschaften zusammengenommen nicht Eigentümer der Erde sind. Sie sind nur ihre Besitzer, ihre Nutznießer, und haben sie als boni patres (gute Familienväter) den nachfolgenden

Generationen verbessert zu hinterlassen. (Das Kapital, Marx/Engels Werke, Bd. 25, S. 784)

Gute Familienväter behandeln die Erde wie ihre Kinder als einzigartiges und kostbares Gut, dem sie

besondere Wertschätzung und Pflege zukommen lassen. Das internationale Finanzkapital schätzt und pflegt nur seinen Profit. Das ist das einzige Ziel seines Handelns, dem alles andere untergeordnet wird.

Heute ist die Zerstörung der Erde so weit fortgeschritten, dass das Überleben der Menschheit in Frage gestellt ist. Die Menschheit treibt ungebremst, sogar beschleunigt auf eine globale Umweltkatastrophe zu. Allein die fortschreitende Klimaerwärmung führt dazu, dass sich Steppen und Wüsten rasant ausbreiten, ganze Landstriche, Inseln, Millionenstädte in Küstennähe in 30-50 Jahren absaufen. Besonderes Zerstörungspotential birgt die Wechselwirkung zwischen einzelnen Faktoren wie dem wachsenden Ozonloch, der Zerstörung der Ökosysteme der Meere, Wälder usw.

Die Verantwortung für diese Entwicklung tragen in erster Linie die internationalen Übermonopole. Diese beherrschen die gesamte Weltproduktion, den Welthandel sowie Politik, Wirtschaft und Wissenschaft in allen Ländern. Und sie handeln im vollen Bewußtsein der tödlichen Risiken, da die

Überakkumulation des Kapitals und der Drang zur Beherrschung des Weltmarktes von ihnen verlangen die Überausbeutung von Mensch und Natur immer weiter voranzutreiben.

 

Was tun?

Das Buch „Katastrophenalarm! Was tun gegen die mutwillige Zerstörung von Mensch und Natur?“ schlußfolgert :

Die Erde ist in schlechterem Zustand als auf den ersten Blick sichtbar. Gleichzeitig sind heute Wissenschaft und Technik soweit entwickelt, dass die Probleme der Menschheit gelöst werden könnten.

Der eingeschlagene Weg in die globale Umweltkatastrophe muß nicht zu Ende gegangen werden. Allerdings erfordert das einen gesellschaftsverändernden Kampf, da der Kapitalismus heute nur noch auf der Grundlage der Zerstörung der natürlichen Lebensgrundlagen der Menschheit funktioniert. Damit eine fruchtbringende Einheit von Mensch und Natur überhaupt entstehen kann, muß eine Gesellschaft aufgebaut werden, in der die Ausbeutung des Menschen durch den Menschen beseitigt ist. Durch eine internationale sozialistische Revolution kann neben der sozialen Frage auch die ökologische Frage gelöst werden.

Diese Erkenntnis hat Konsequenzen auf die Umweltbewegung, die Arbeiterbewegung und die Revolutionäre weltweit.

Alle müssen sich verändern und dem Umweltschutz einen festen Platz einräumen.

Die Umweltbewegung muß begreifen, daß sie nur in Verbindung mit der Kraft der Arbeiterbewegung zu einer den Konzernen Paroli bietenden Widerstandsbewegung werden kann.

Die Arbeiterbewegung muß begreifen, daß sie ihre sozialen Forderungen nicht isoliert oder gegen, sondern im Einklang mit dem Umweltschutz entwickeln muß.

Und die Revolutionäre dieser Welt müssen begreifen, daß ohne Lösung der ökologischen Frage die Menschheit nicht überlebt.

 

Mitglied werden in der Zukunftspartei MLPD oder im Jugendverband Rebell!

Mitmachen in der Umweltgewerkschaft!

 

Die Umweltgewerkschaft setzt sich ein für den solidarischen und kämpferischen Zusammenhalt aller umweltbewegten Menschen und tritt aktiv der fortschreitenden Umweltzerstörung und der akuten Gefährdung der natürlichen Lebensgrundlagen entgegen.

 

- Schluß mit der rücksichtslosen Ausplünderung des Plettenbergs!

- Umfassende Renaturierung auf Kosten von Holcim!

- Verbot der Müllverbrennung bei Holcim!

- Zahlung einer Gewerbesteuer am Produktionsort!

- Ein sparsamer Umgang mit den natürlichen Rohstoffen gegen den zerstörerischen Abbau muß

gegen die Profitinteressen erkämpft werden.

 

Weitere Informationen:

www. umweltgewerkschaft.org

www. buergerinitiative-plettenberg.de

 

 

In der Streitschrift „Katastrophenalarm! Was tun gegen die mutwillige Zerstörung der Einheit von Mensch und Natur“ wird sowohl der Ernst der Probleme bewußt gemacht als auch die Dringlichkeit ihrer Lösung.

Darin positioniert sich die MLPD in der Strategiedebatte um die Lösung der Umweltfrage und fordert einen Paradigmenwechsel in allen gesellschaftlich relevanten Bereichen.

Ein Buch, das mobilisieren will und schöpferisch die Vision einer künftigen Gesellschaft zeichnet, in der die Umweltfrage tatsächlich gelöst wird.

 

Das Buch kostet 17.50 Euro und ist erhältlich bei der Kontaktadresse der MLPD Zollernalb und in der Buchhandlung Groz in Ebingen.

 

Verlag Neuer Weg, Alte Bottroper Sraße 42, 45356 Essen

www.neuerweg.de

webshop people-to-people.de