Demonstration am 22.10. Leserbrief von Thomas Voelter zur Zukunft der Krankenhäuser

Gemeinsam für die Zwei-Standort-Lösung demonstrieren

Immer offensichtlicher und unverfrorener wird der mit 33 500 Unterschriften dokumentierte Volkswille missachtet. Schon Landrat Pauli fragte bei der Unterschriftenübergabe in der Zollern-Alb-Halle, ob es hier im Hause keine „Blaue Tonne“ gebe.

Die CDU-Fraktion im Kreistag stehe angeblich geschlossen hinter dem Zentralklinikumsplänen des Landrats. Kreisräten der Freien Wähler sind zwei Prozent des Kreishaushaltes (so der Zuschussbedarf 2015) viel zu schade für die wohnortnahe stationäre Versorgung unserer Kranken in zwei Kliniken. Sie würden die Krankenhäuser am liebsten verhökern, wohl an eine der privaten Krankenhausketten, deren Träger meist zum internationalen Finanzkapital gehören.

Zwei Beispiele aus der Region: Als Helios (Träger Fresenius) Rottweil übernahm, wurde Schramberg umgehend geschlossen. Als Sana (Träger Allianz u. a.) Biberach zu drei Viertel aufkaufte, konnte die Schließung Riedlingens nur durch massiven Widerstand der Bevölkerung (bisher) verhindert werden. Die Riedlinger bildeten eine Menschenkette, um ihr Krankenhaus und setzten so ein unübersehbares Zeichen. Privatisierung – nein danke.

Aber kommunales Zentralklinikum statt Privatisierung – so steht die Frage nicht, auch wenn sie von der Fraktionsvorsitzenden der Freien Wähler im Gemeinderat in Albstadt und Kreisrätin Heider in einem Leserbrief so aufgeworfen wird. Aber in einem hat sie recht: Ein Krankenhaus ist ein wesentlicher Standortfaktor. Doch das trifft für den oberen, wie den unteren Kreis zu. Deshalb: Zwei Standorte sind unverzichtbar.

Aber auch die SPD-Kreistagsfraktion hat sich nicht eindeutig für zwei Standorte ausgesprochen. Ihr reicht nur das bisher von Herrn Pauli vorgelegte Material nicht als Entscheidungsgrundlage aus.

Es besteht die Aussicht, dass die „Volksvertreter“ wie bei der Schließung Hechingens rigoros über die Köpfe der Bevölkerung hinweg und gegen deren Interessen entscheiden.

Die Zwei-Standortlösung durch-zusetzen, erfordert gemeinsam lautstark und unübersehbar dem Volkswillen Nachdruck zu verleihen. Gelegenheit dazu ist die am 22. Oktober in Ebingen geplante Demonstration und bei der Kreistagssitzung am 24. Oktober mit Thema Kreisklinikum.

Thomas Voelter
Arzt für Allgemeinmedizin
Wasenstraße 4, Albstadt