Dokumentiert: Leserbrief von Thomas Voelter zur Diskussion um ein Zentralklinikum v. 27.4.

Volksfeindlichem Kurs nicht unterordnen!

Man gewinnt den Eindruck, es gehe nur noch um Fragen, wann und wo ein Zentralklinikum im Zollernalbkreis gebaut werden soll. Am 16. April verbreitete der Rundfunk zudem die Falschmeldung, die Bürgerinitiative (BI) „Pro Krankhaus Albstadt“ habe einem neuen Zentralklinikum zugestimmt, nur eben ab 2040. Das Gegenteil ist der Fall!

Die BI hat am 14. April ihre Forderung nach Erhalt beider Standorte und Modernisierung des Albstädter Krankenhauses bestätigt. Angeprangert wurde, dass der Abbau von 88 Betten und die geplante Einsparung von über zehn Millionen Euro in einem neuen Zentralklinikum die gesundheitliche Versorgung verschlechtern werden angesichts wachsenden Bedarfs an Krankenhausversorgung und sowieso schon überlastetem Personal. Abgelehnt wurde das Verschleudern von Steuergeldern.

Als spekulativ kritisiert wurde die „Vorausberechnung“, nur ein neues Zentralklinikum könne „in die schwarzen Zahlen“ kommen. Hervorgehoben wurde, dass bei diesem „angeblich zukunftsfähigen Medizin-Konzept“ ökonomische Überlegungen die Hauptrolle spielen, anstatt das Wohl der kranken Menschen in den Mittelpunkt zu stellen. Betont wurde, dass nur breite öffentliche Aktivitäten der Bevölkerung aussichtsreich sind für die Erhaltung zweier Standorte. Noch mehr Kommerzialisierung und Zentralisierung im Krankenhauswesen ist jedoch Kerninhalt des im November 2015 von der Großen Koalition beschlossenen „Krankenhausstrukturgesetzes“. Dieses volksfeindliche Gesetz fordert in der Konsequenz weiteren Bettenabbau, noch kürzere Verweildauer, noch weniger Personal.

An der völligen Unterfinanzierung der Krankenhäuser durch das heutige Bezahlsystem nach Fallpauschalen wird von Bundesregierung und Bundestagsmehrheit festgehalten. Neue „Qualitätskriterien“, die sich stark an der Mengenzahl von Untersuchungen, Operationen, speziellen Therapiemaßnahmen usw., also an Quantitäten orientieren sollen, programmieren die Schließung vieler kleiner Krankenhäuser vor, die aber für die wohnortnahe Versorgung wichtig sind. Wenn sie die „Qualitätskriterien“ nicht erfüllen, sollen Abschläge bei der Bezahlung oder gar Herausnahme aus dem Krankenhausplan erfolgen.

Diesem volksfeindlichen Kurs ordnen sich Zentralisierungspläne des Landrates, der Gutachter usw. vollständig unter, worauf auch der Chefärztepropagandist Prof. Dr. Bitzer offen hinweist. Es ist die Frage, ob das Volk das auch mitmacht oder in den notwendigen aktiven Widerstand übergeht. Jedenfalls ist die Sache noch nicht gelaufen.

Thomas Voelter
Wasenstraße 4, Tailfingen